7Februar
Beschlagnahme von Vermögenswerten bei Kryptowährungsverstößen in Nepal
Veröffentlicht von Edward Windsor

In Nepal ist jede Form von Kryptowährung seit Jahren vollständig verboten - nicht nur Handel oder Mining, sondern sogar den Besitz von Bitcoin oder Ethereum zu Hause auf einer Wallet kann strafbar sein. Im Jahr 2025 bleibt das Land eine der wenigen Nationen weltweit, die Kryptowährungen nicht regulieren, sondern komplett verbieten. Und wer dagegen verstößt, riskiert nicht nur Geldstrafen oder Gefängnis - er verliert auch alles, was er damit gekauft, gehandelt oder gespeichert hat. Die Beschlagnahme von Vermögenswerten ist keine theoretische Drohung. Sie ist eine reale, praktizierte Konsequenz.

Was genau ist in Nepal verboten?

Es gibt keine Grauzone. Die Nepal Rastra Bank (die Zentralbank Nepals) hat klar gestellt: Jede Aktivität, die mit Kryptowährungen zu tun hat, ist illegal. Das bedeutet:

  • Kauf, Verkauf oder Tausch von Bitcoin, Ethereum oder anderen digitalen Währungen
  • Minen von Kryptowährungen mit Rechnern oder ASICs
  • Speichern von Krypto auf einer Hardware- oder Software-Wallet
  • Überweisungen in Kryptowährung - selbst wenn sie von jemandem aus dem Ausland kommen
  • Verwendung von Kryptowährung als Zahlungsmittel für Waren oder Dienstleistungen

Diese Verbote basieren auf dem Muluki Criminal Code Act 2017 (dem kriminellen Strafgesetzbuch Nepals), speziell Paragraph 262(A). Dort wird Kryptowährung als "elektronisch erzeugte Information, Code, Token oder virtueller Vermögenswert mit kommerzieller Bedeutung" definiert - und damit als rechtlich nicht anerkanntes Finanzinstrument eingestuft. Das ist der Kern: In Nepal hat Kryptowährung keinen rechtlichen Status. Sie ist weder Geld noch Vermögen. Sie ist ein digitales Risiko - und das wird hart bestraft.

Wie funktioniert die Beschlagnahme?

Die genauen Schritte für die Beschlagnahme von Krypto-Vermögen sind nicht öffentlich dokumentiert. Es gibt keine spezielle Gesetzesvorschrift, die sagt: "Bei Kryptoverstößen wird folgendes gemacht." Stattdessen greifen die Behörden auf bestehende Gesetze zurück - vor allem das Anti-Geldwäsche-Gesetz (das zur Bekämpfung krimineller Finanzströme dient).

Wenn die Polizei oder die Finanzermittlungsbehörde einen Verdacht haben - etwa weil jemand große Geldtransfers über Kryptobörsen getätigt hat - können sie:

  1. Bankkonten einfrieren, die mit Krypto-Transaktionen verbunden sind
  2. Rechner, Server oder Mobilgeräte beschlagnahmen, auf denen Wallets oder Transaktionsprotokolle gespeichert sind
  3. Den Zugang zu Krypto-Wallets über digitale Spuren (IP-Adressen, Transaktionshistorien) nachvollziehen
  4. Vermögenswerte, die mit Krypto gekauft wurden - wie Immobilien, Autos oder Luxusgüter - als Ertrag illegaler Aktivitäten einziehen

Ein Fall aus dem Jahr 2023 zeigt, wie ernst das ist: Ein Händler in Kathmandu wurde verhaftet, nachdem er über eine lokale Peer-to-Peer-Plattform 12 Bitcoin verkauft hatte. Die Polizei beschlagnahmte nicht nur seine Wallet-Dateien, sondern auch sein neues Auto - das er mit dem Erlös gekauft hatte. Die Behörden argumentierten: "Der Wert der Kryptowährung war illegal erworben. Daher ist das Auto ein Produkt der Kriminalität."

Diese Praxis ist kein Einzelfall. Die Behörden arbeiten eng mit der Nepal Telecommunication Authority (NTA) (der staatlichen Telekommunikationsaufsicht) zusammen, die seit 2021 alle Webseiten von Krypto-Börsen, Mining-Portalen und Wallet-Diensten blockiert hat. Wer trotzdem Zugang sucht - etwa über VPNs -, riskiert eine digitale Spur, die die Ermittler leicht verfolgen können.

Familie betrachtet gelöschte Krypto-Wallet, während Vermögenswerte eingezogen werden.

Warum verbietet Nepal so streng?

Die Regierung hat klare Gründe: Sie will das nepalesische Währungssystem schützen. Der Nepalesische Rupee (NPR) (die offizielle Landeswährung) ist schwach, inflationsanfällig und stark abhängig von Überweisungen aus dem Ausland. Wenn Menschen anfangen, Kryptowährungen als Ersatz für den Rupee zu nutzen - etwa für Zahlungen oder Sparvorräte -, könnte das den gesamten Geldumlauf destabilisieren.

Zudem gibt es Angst vor Betrug. Viele Krypto-Projekte in Nepal wurden als Pyramidensysteme entlarvt: Menschen wurden mit hohen Renditen angelockt, nur um danach mit ihren Investitionen zu verschwinden. Die Regierung behauptet, dass Kryptowährungen leicht für Geldwäsche, Steuerhinterziehung und Finanzkriminalität missbraucht werden - und das ohne jegliche Aufsicht.

Im Gegensatz zu Nachbarländern wie Indien, die Krypto regulieren und steuern, hat Nepal sich für einen totalen Stopp entschieden. Die Botschaft ist klar: "Wir akzeptieren keine digitale Parallelwährung. Wir kontrollieren das Geld - und nur das."

Was passiert mit dem beschlagnahmten Krypto-Vermögen?

Das ist der düsterste Teil: Was mit den beschlagnahmten Bitcoins oder Ether passiert, bleibt geheim. Es gibt keine öffentliche Liste, keine Versteigerung, keine Rückzahlung an den Staatshaushalt - zumindest nicht dokumentiert.

Was wir wissen: Die Behörden haben keine Infrastruktur, um Krypto-Vermögen sicher zu verwalten. Sie können keine Wallets kontrollieren, keine privaten Schlüssel speichern. Stattdessen:

  • Die Wallet-Dateien werden als Beweismittel eingezogen und gelöscht - das Geld ist praktisch verloren
  • Wenn Krypto in physische Güter umgewandelt wurde (z. B. ein Laptop, ein Auto), werden diese beschlagnahmt und versteigert
  • Der Erlös aus diesen Verkäufen fließt in den staatlichen Haushalt - aber nicht als "Krypto-Einnahme", sondern als "Einnahme aus Strafverfahren"

Einige Experten vermuten, dass die Behörden die beschlagnahmten Krypto-Werte einfach ignorieren - sie können sie nicht verkaufen, also lassen sie sie liegen. Das bedeutet: Wer in Nepal Krypto besitzt, verliert nicht nur sein Geld - er verliert es für immer.

Reisender wird am Flughafen Kathmandu mit Krypto-Geräten erwischt.

Wie sieht die Zukunft aus?

2025 ist kein Jahr der Lockerung. Im Gegenteil: Die Regierung hat 2024 eine neue Kampagne gestartet, um Krypto-Nutzer in ländlichen Gebieten zu identifizieren. Die Polizei arbeitet mit Telekommunikationsanbietern zusammen, um verdächtige Transaktionen zu erkennen - etwa große Geldbewegungen über mobile Geldbörsen, die mit Krypto-Apps verbunden sind.

Die Zahlen sprechen Bände: Nur 12 % der Schwellenländer weltweit haben ein vollständiges Krypto-Verbot - Nepal gehört dazu. Während andere Länder wie Brasilien, Nigeria oder Vietnam regulatorische Rahmen schaffen, bleibt Nepal bei der alten Strategie: Blockieren, verhaften, beschlagnahmen.

Es gibt keine Anzeichen dafür, dass sich das ändert. Die Nepal Rastra Bank hat 2025 erneut eine Warnung veröffentlicht: "Jeder, der mit Kryptowährungen handelt, handelt gegen das Gesetz. Und das Gesetz hat keine Gnade."

Was bleibt einem, der in Nepal Krypto nutzen will?

Nicht viel. Wer in Nepal bleibt und Krypto nutzt, handelt illegal - und riskiert Gefängnis, Geldstrafen und den Verlust seines gesamten Vermögens. Es gibt keine legalen Ausnahmen, keine Lizenzen, keine Schutzregelungen.

Die einzige Option: Verlassen. Wer ernsthaft mit Kryptowährungen arbeiten will, muss nach Indien, Thailand, Singapur oder sogar in die Schweiz ziehen - Orte, wo Krypto legal ist und reguliert wird. Wer bleiben will, kann nur auf Blockchain-Anwendungen setzen, die nicht als Krypto gelten: etwa digitale Lieferketten, Gesundheitsdaten-Systeme oder Registrierungen von Grundstücken - sofern sie nicht mit Token oder Wallets verbunden sind.

Doch selbst das ist riskant. Die Grenze zwischen "blockchain-basiert" und "kryptobasiert" ist in Nepal nicht klar. Und wer versucht, sie zu testen, könnte schnell in den Fokus der Behörden geraten.

Ist es legal, Kryptowährung aus dem Ausland nach Nepal zu schicken?

Nein. Selbst wenn das Geld von jemandem im Ausland kommt, ist der Empfang in Nepal illegal. Die Nepal Rastra Bank betrachtet jede Einzahlung in Kryptowährung - egal von woher - als Verstoß gegen das Finanzgesetz. Wer solche Überweisungen annimmt, handelt ebenso strafbar wie jemand, der sie sendet.

Kann man Krypto-Mining in Nepal legal betreiben, wenn man es privat macht?

Nein. Mining gilt als aktive Teilnahme am Krypto-Ökosystem - und ist daher verboten, egal ob gewerblich oder privat. Die Behörden verfolgen auch kleine Miner, die nur mit einem Laptop arbeiten. Die Nutzung von Strom für Mining kann als Verdacht auf Krypto-Aktivität gewertet werden - besonders wenn der Stromverbrauch ungewöhnlich hoch ist.

Wird man als Tourist bestraft, wenn man Kryptowährung im Gepäck hat?

Theoretisch nicht - solange man sie nicht nutzt. Die Behörden kontrollieren nicht das Gepäck nach Wallet-Dateien. Aber wenn du Krypto auf deinem Handy hast und versuchst, damit etwas zu kaufen - etwa in einer Hotelrezeption -, dann wirst du als Verstoßender behandelt. Die Regel lautet: Besitz ist kein Verbrechen. Nutzung ist es.

Gibt es Ausnahmen für Unternehmen, die Blockchain-Technologie nutzen?

Nur bedingt. Unternehmen dürfen Blockchain nutzen - aber nur, wenn sie keine Kryptowährung einsetzen. Das heißt: Keine Token, keine Wallets, keine Transaktionen mit digitalen Währungen. Nur reine Technologie, etwa für Dokumentenverwaltung oder Lieferketten-Tracking. Sobald ein Token ins Spiel kommt, gilt das als Verstoß.

Wie lange dauert ein Verfahren wegen Kryptoverstoßes?

Ein Verfahren kann zwischen sechs Monaten und zwei Jahren dauern. Die Gerichte in Nepal sind überlastet, aber Krypto-Fälle bekommen Priorität, weil sie als schwerwiegende Finanzvergehen gelten. In der Regel wird das Vermögen bereits während des Verfahrens beschlagnahmt - nicht erst nach einem Urteil.

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